Sozialdemokratische Militärpolitik im Spannungsfeld von Vaterlandsliebe, Pazifismus und Klassenkampf: Der lange Weg der SPS hin zur Ablehnung der Landesverteidigung 1917

Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts große Schwierigkeiten, sich in der Militärpolitik zu positionieren. Allein der Blick auf einige Eckdaten und Ereignisse zeigt, wie wechselhaft die Haltung der Partei in der Militärfrage während der ersten Jahre desletzten Jahrhunderts war. Befürwortete die SPS nach der Jahrhundertwende die Landesverteidigung und sprach sich noch 1914 deutlich für diese und den Burgfrieden aus, lehnte sie bereits 1917 die Landesverteidigung ab. Diese Arbeit soll mit der Aufarbeitung einer Forschungslücke dazu beitragen, die Wurzeln der Militärpolitik der SPS zu ergründen und den militärpolitischen Meinungsbildungsprozess der Partei bis 1917 abzubilden. So wird diese Untersuchung gleichzeitig zu einem Stück Entwicklungsgeschichte der SPS während der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und zu einem Teil der schweizerischen Parteien- und Gesellschaftsgeschichte. Die vorliegende Arbeit wurde von der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich im Sommersemester 2005 im Auftrag von Prof. Dr. Rudolf Jaun und Prof. Dr. Jakob Tannerals Dissertation angenommen.