Kinder in Nepal e.V.: ProMosaik im Gespräch mit Frau Liselotte Künzel

Liebe Leserinnen und Leser,
 
wir haben seit dem schrecklichen Erdbeben in Nepal mehrere Fotos veröffentlicht, um die Menschen zu sensibilisieren.
 
Da wir die Situation vor Ort nicht kennen, haben wir Frau Liselotte Künzel des Vereins „Kinder in Nepal e.V.“ kontaktiert und möchten Ihnen nun das Interview unserer Redaktion mit Frau Künzel vorstellen. So machen Sie sich ein Bild vom Engagement des Vereins „Kinder in Nepal e.V.“. Wer den Verein unterstützen möchte, findet die Bankkoordinaten am Ende des Interviews.
 
Nepal ist ein armes Land. Das Erdbeben hat die Lage dramatisch verschlechtert.
Für ProMosaik e.V. sind die Kinder die Zukunft unserer Welt. Daher sind es die Kinder, die nach dieser Katastrophe am meisten unsere Unterstützung brauchen.
 
 
Dankend
 
Dr. phil. Milena Rampoldi von ProMosaik e.V.
 
 
 
 

 

 
 
Dr. phil. Milena Rampoldi: Was können wir nun für Nepal und seine Kinder tun?
 
Frau Liselotte Künzel: In diesem Moment, Ende April und noch unter dem Schock, den die Menschen in Nepal erlitten haben und von dem selbst wir Zuschauer nicht ganz verschont sind, sollte man versuchen, planmäßig vorzugehen. Bei einer derartigen Zerstörung in diesem bitterarmen Land ist natürlich Geld und nochmals Geld erforderlich. Aber wie die Geldmittel kanalisieren? In einem solchen Land ist zunächst einmal jeder sich selbst der Nächste. Geld einfach so geben birgt die Gefahr, dass nicht das Kind, das man im Auge hat, Nutznießer wird, sondern die Großfamilie und gute Freunde dessen, der das Geld erhält. Es ist also wichtig, zuverlässige Nepaler zu kennen oder zu finden.
Wer schon Kontakte in Nepal hat, sollte auch nicht damit geizen, sein Mitgefühl auszudrücken.
Es tut den Menschen in dieser Situation gut zu wissen, da ist jemand, der sich den so fürchterlich Betroffenen nahe fühlt, ihnen Mut macht und für sie betet.
 
 
 
 
 
Dr. phil. Milena Rampoldi: Wie unterstützen Sie die Kinder in Nepal und was machen Sie nun in dieser Krisensituation nach dem Erdbeben?
 
Frau Liselotte Künzel: Die erste Reaktion war, in Kontakt zu kommen und zu erfahren, wie es den Kindern im Internat unserer Schule in Kathmandu geht. Sie haben das Beben während einer Exkursion in Patan, einer der Königsstädte im Kathmandu-Tal, erlebt. Ca. 60 Kinder schauten sich die Tempel an, als diese plötzlich um sie herum einstürzten. Alle rannten um ihr Leben, keiner wurde ernsthaft verletzt. Sie sind seitdem sehr verängstigt, insbesondere bei den teils heftigen Nachbeben.
Wir haben das große Glück, in dem Gründer der Schule, der sie nicht als Geschäft, sondern als Lebensaufgabe betreibt, eine integre Persönlichkeit zu haben. Unsere erste Reaktion war, ihn zu bitten herauszufinden, welche Familien der Kinder besonders betroffen sind. Unsere Kinder kommen aus sehr armen Familien, zum Teil aus ländlichen Gebieten. Wir werden das Spendengeld, das uns anvertraut wird, gezielt über den Chairman der Schule dort einsetzen. Noch ist die Kommunikation in Nepal sehr gestört, aber die ersten Namen von armen Familien, die alles verloren haben, sind uns schon bekannt.
 
 
 
 
 
Dr. phil. Milena Rampoldi: Welche Bereiche sind für Sie die wichtigsten in der Entwicklungshilfe?
 
Frau Liselotte Künzel: Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet. Aber wir als Verein sind überzeugt, die beste Hilfe zur Selbsthilfe und die nachhaltigste Investition ist die Bildung der Kinder. In einem so armen Land wie Nepal, in dem noch längst nicht alle Kinder eine Schule besuchen können und in dem auch viele Schulen wegen schlecht ausgebildeter, miserabel bezahlter Lehrer mit oftmals fehlendem Berufsethos keine guten Schüler hervorbringen, sollte man Bildung, Bildung und nochmals Bildung fördern.
Wir unterstützen lernwillige Kinder aus ärmsten Verhältnissen und sind erstaunt, welche Begabungen sich zeigen, wenn erst einmal mit gesunder Ernährung, medizinischer Betreuung und liebevoller Umgebung die Voraussetzungen für gutes Lernen vorhanden sind. In der Schule, mit der wir zusammenarbeiten, werden Jungen und Mädchen gleich gefördert. Alle Religionen und alle Kasten – selbst die sogenannten Unberührbaren – leben und lernen zusammen; es gibt keinen Unterschied.
In einem lange Zeit feudalen Land, in dem alle Einkünfte und Besitztümer unter den Königen und wenigen oberen Familien verteilt wurden, fand ein allgemeines Schulwesen einfach nicht statt.
Umso wichtiger ist es, kluge Kinder mit Bildung auszustatten. Sie können Nepal weiterbringen.
 
 
 
 

 

Dr. phil. Milena Rampoldi: Bitte sagen Sie unseren Leserinnen und Lesern, wie sie Sie jetzt unterstützen können und nennen Sie uns Fälle, in denen Sie Hilfe brauchen.
 
Frau Liselotte Künzel: Jetzt und in Zukunft beginnt die Hilfe mit der finanziellen Unterstützung von Kindern aus ärmsten Schichten. Dazu verweise ich gern auf unsere Website www.kinder-in-nepal.de und hier auf “Verein” mit dem herunterladbaren Formular. Aktuell ist jede Spende hilfreich, die wir für die gezielte Hilfe der durch das Erdbeben geschädigten Familien erhalten. Die Schule in Kathmandu, mit der wir zusammenarbeiten, hat über 250 Schüler. Darunter werden wir noch viele Eltern finden, die dringend der Hilfe bedürfen.
Irgendwie ist jede Auswahl ungerecht, wenn man die Vielzahl der Betroffenen bedenkt. Dennoch möchte ich sichergehen, dass bei uns mühsam verdientes Geld in die richtigen Hände kommt.
Wenn Sie spontan mithelfen wollen:
                         
KINDER in NEPAL e.V., Adenauerallee 21, 61440 Oberursel
DE50 5125 0000 0007 0218 44  (Taunus-Sparkasse)
BIC-/SWIFT-Code: HELADEF1TSK                  
Vermerk “Erdbeben Nepal”