‘Gottes auserwählte Völker’: Erwählungsvorstellungen und kollektive Selbstfindung in der Geschichte (Pro Oriente)

Das Spannungsfeld, das sich zwischen dem wesensmaig theologischen Begriff der Erwahlung und der Bedeutung von Erwahlungsvorstellungen in der Geschichte von Gesellschaften und Staaten auftut, ist das Untersuchungsgebiet des Sammelwerkes ‘Gottes auserwahlte Volker’. Die sowohl um theologische Grundlegung als auch um historische Aufarbeitung bemuhten Beitrage bezeugen die komplexen Erscheinungsformen religiosen und kirchlichen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart. Der Erwahlungsaspekt, sein Auftreten und seine politische Instrumentalisierung spielen in den Vorgangen gesellschaftlicher und staatlicher Entwicklung und Differenzierung eine bedeutende Rolle. Wie aus allen Untersuchungen hervorgeht, ist religioser und kirchlicher Wandel immer auch sozialer Wandel, ist in die Suche nach kollektiver Identitat auch das Religiose eingebunden.