Afrikanisches Gewohnheitsrecht und die südafrikanische Verfassung. Die afrikanische Rechtstradition im Spannungsfeld zwischen dem Recht auf Kultur und anderen Menschenrechten

Eine der bemerkenswertesten Innovationen der südafrikanischen Verfassung von 1996 ist die Anerkennung des afrikanischen Gewohnheitsrechts. Diese Arbeit analysiert erstmals umfassend die Auswirkungen, die sich aus dem verfassungsrechtlichen Schutz des afrikanischen Gewohnheitsrechts für seine Stellung in der südafrikanischen Rechtsordnung ergeben. Unter Berücksichtigung rechtsphilosophischer, historischer und vor allem rechtsanthropologischer Aspekte werden gleichzeitig allgemeine Probleme eines durch kulturelle Rechte begründeten rechtlichen Pluralismus aufgezeigt. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Konflikt zwischen dem Schutz des Gewohnheitsrechts einerseits und der Geltung der Menschenrechte andererseits.